Konica T3

Die erste eigene Kamera bleibt wohl Manchen in besonderer Erinnerung, auch unabhängig der technischen Daten. So jedenfalls, erging’s auch mir – mit der Konica T3.

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Gekauft hatte ich sie Ende 80er Jahre, kurz nachdem Konica die Produktion von Spiegelreflexkameras endgültig aufgegeben hatte.
Für mich als Schüler kam es natürlich gelegen, dass die Konica Kameras und auch Objektive nun recht günstig angeboten wurden. Trotzdem kostete die Kamera mit dazugekauftem Hexanon 50mm 1,7 mein gesamtes Ersparnis.

Die Konica Autoreflex T3 gab’s technisch in zwei unterschiedlichen Versionen – die aber nicht unterschiedlich bezeichnet sind.
Erkennbar sind die Unterschiede äusserlich am Prismengehäuse. Die ältere Version (1973) besitzt ein spitzes Prismengehäuse, die neue (1975; inoffiziell auch mit „n“ gekennzeichnet) ein breites mit integriertem Zubehör/Blitzschuh und einem Okkularverschluss. Ich besass damals die jüngere Version in silberner Ausführung.

Technisch ist eine T3 eine unspektakuläre Kamera, wie es auch von anderen Herstellern viele davon gab. Sie funktioniert rein mechanisch, bietet jedoch TTL-Messung und Blendenautomatik.

Die Konica T3 ist eine typische Kamera ihrer Zeit. Durchaus vergleichbar etwa mit den Nikkormat Kameras von Nikon. Ein direkter Vergleich wäre etwa die Canon EF – vergleichbare Ausmasse, Gewicht, Funktionen und eben wegen der Blendenautomatik.

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Die Bedienelemente befinden sich dort, wo man sie quasi erwartet. Als eine der wenigen Eigenheiten bietet sie auf der Oberseite ein kleines Fenster mit jeweils grün oder rot gefärbtem Punkt. Dieser zeigt den „Ladezustand“ an, also ob Verschluss gespannt und Film aufgezogen ist. Ansonsten ist alles selbsterklärend. Die Bedienelemente rasten satt, die Kamera wirkt insgesamt sehr robust.

Dieser Eindruck bestätigt auch meine Erfahrung. Meine damalige T3 funktionierte jahrelang tadellos, obschon sie bereits zu dieser Zeit mindestens 11 Jahre alt war. Später (1992) gab ich sie dann weg und verlor sie aus den Augen. Obschon mir mit der Nikon F-801s das erwünschte Mehr an Funktionen zur Verfügung stand, hat sie mein Verständnis über Kameras nachhaltig geprägt. So, dass schnell auch wieder eine vollmechanische Kamera (Nikon FM2) Einzug hielt.

In jener Phase vor einigen Jahren, als ich gezielt nach Konica T3 Kameras suchte, begegnete ich einigen Exemplaren. Auch welche auf Flohmärkten, die teilweise gar in gar erbärmlichem Zustand waren. Aber keine davon funktionierte nicht mehr. Selbst mit schlimmsten angetroffenen Exemplar hätte man wohl noch fotografieren können – entsprechender Zustand der Dichtungen vorausgesetzt.

Gekauft hatte ich mir drei Exemplare. Und jenes welches mir am besten gefiel – eine schwarze der ersten Version – liess ich revidieren und sogar auf SilberoxidBatterien umbauen.

Einzig was ich an den T3’s vermisse, ist die auf der Mattscheibe nicht markierte Gewichtung der mittenbetonten Belichtungsmessung. So, wie man das im besonderen von bereits damaligen Nikon Kameras her kennt. Bei dominierend sehr hellen Bildpartien braucht man da schon etwas aufpassen.

Gemäss der Konica typischen Blendenautomatik wird die Blende auf Verschlusszeit abgeglichen. Der Sucher zeigt die eingestellte Verschlusszeit an. Auf der rechten Seite eine klassische Nadelanzeige – hier werden die gemessenen Blendenwerte angezeigt. Bei manuellem Modus leider nicht die eingestellten, sondern lediglich eine Referenzmarke. Dass sich eine Spiegelvorauslösung per Selbstauslöser realisieren lässt, kam mir einst häufig zu Gute.

Konica war damals eine ziemlich verbreitete Marke, daher gibt es auf dem Gebrauchtmarkt OriginalObjekitve in genügender Anzahl.
In meinem Anfängen war mir die Qualität vieler Hexanon Objektive gar nicht richtig bewusst. Erst als ich mal ein passendes Zoomobjektiv kaufte, wurde mir dies überhaupt zu Thema. Später erkannte ich dann, dass auch Objektive sogenannt namhafter Hersteller kaum besser waren, in zwei Fällen sogar sichtbar schlechter.

Wenn nicht eine Konica Spiegelreflexkamera, dann aber wohl die Hexanon Objektive, ein guter Grund, sich eine Konica zu kaufen. Manche wie etwa 40mm 1,8; 50mm 1,7; 85mm 1,8 oder das 135mm 3,2 sind von optisch erstklassiger Qualität. Und die Hexanon Objektive wirken sehr robust und das Handling in Kombination mit der Kamera tadellos.

Schon Ende 80er Jahre wurde ich ab und zu um die Konica T3 belächelt. Sogar in einem Fotoclub riet man mir stattdessen eine „richtige“ zu kaufen.
Aber ich war lange Zeit schlichtweg zufrieden mit ihr. Sie begleite mich auf meinen ersten fotografischen Schritten und machte es mir aufgrund ihrer Unkompliziertheit und Zuverlässigkeit einfach. Sie begleitete mich in fernen Urlaub, mit ihr wagte ich meine ersten Portrait -und gar Reportage-Versuche.
Mit steigendem Anspruch war mir nach mehr Funktionen, wie etwa einem Motor. Und was motorisiert von Konica auf dem Gebrauchtmarkt war, konnte mich nicht überzeugen.

Meine heutige T3 braucht kein VitrinenDasein zu fristen. So kam sie auch schon mehrmals für Portrait Sessionen zum Einsatz.

Meine Erfahrung mit Konica Kameras beschränkt sich nicht auf die T3. Eine T4 besass ich zwischendurch und eine FT-1 leistet der T3 Gesellschaft. Auch die Messsucherkameras AutoS3 und S2 konnten mich begeistern, ebenso die weniger bekannten Mittelformat Messsucherkameras.

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Wie technisch ausgefeilt andere Kameras auch sein mögen, wie praxisgerechte und faszinierende Lösungen man bei anderen vorfindet und ich denen im Alltag den Vorzug gebe – wenn ich eine Konica T3 in der Hand halte, das grosszügig dimensionierte und satt rastende Zeitenrad sowie und den Aufzughebel betätige, dann stellt sich ein vertrautes Gefühl ein, welches mir kaum eine andere Kamera vermitteln mag.

Text und Bilder: Ph. Koblet