Nikon FM und FM2/N – zeitlose Klassiker

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1977 stellte Nikon die FM vor, eine kompakte KB-SLR mit mechanisch gesteuertem Verschluss sowie manueller Belichtungseinstellung, und startete damit eine der erfolgreichsten Modellreihen in der Firmengeschichte. Was man zu diesem Zeitpunkt aber wohl noch kaum geahnt bzw. zu hoffen gewagt haben wird. Nikon hatte sich mit der 1959 vorgestellten wegweisenden F und der 1971 nachfolgenden F2 im Markt der professionellen Kleinbildspiegelreflexkameras eine führende Position erarbeitet. Den Markt der Amateurkameras bediente Nikon mit der Nikkormat-Reihe, solide und relativ schwer gebaute Kameras. 1972 setzte Olympus jedoch mit der OM-Serie einen neuen, starken Trend hin zu kompakten KB-SLRs. Andere Hersteller folgten diesem Beispiel, wie Pentax mit der MX / ME (bei Markteinführung die kleinsten KB-SLRs).

Nikon griff diesen Markttrend mit der gegenüber den Vorläufermodellen der Nikkormat-Reihe komplett neu konstruierten, kompakteren und leichteren FM auf. Jedoch ohne dabei Kompromisse bei der Robustheit und Ausstattung zu machen. Ganz im Gegenteil: Bei der Ausstattung war die FM nicht nur gegenüber den Vorgängern deutlich verbessert, sondern setzte sich auch gegenüber den Modellen des Wettbewerbs in wesentlichen Punkten ab. Und im Hinblick auf Robustheit und Zuverlässigkeit zeigte die FM auch unter widrigen Einsatzbedingungen ihre hohe Qualität. Das Zusammenspiel all dieser Eigenschaften machte die FM sehr populär.

Umfassende Ausstattung:

Neben dem kompakteren und leichteren Gehäuse setzte die FM vor allen Dingen mit dem neuen AI-System zur Kupplung des Messsystems mit den Objektiven, der Verwendung von Gallium-Arsenid Photodioden (GDP) für das Belichtungsmesssystem und der Verwendung von Leuchtdioden zum Belichtungsabgleich im Sucher neue Akzente. Das AI-System (Automatic Indexing – automatische Lichtstärkeeingabe, d.h. die maximale Blendenöffnung des Objektivs wird automatisch an das Belichtungsmesssystem weitergegeben) wurde zwar kurz vor der Markteinführung der FM bereits in der Nikkormat FT-3 vorgestellt, allerdings wurde die Produktion der FT-3 noch im gleichen Jahr 1977 wieder eingestellt. Die Nikon FM ersetzte die Nikkormat FT-3. Mit der Vorstellung des AI-Systems wurden 1977 auch alle zu dem Zeitpunkt gefertigten Objektive auf AI umgestellt und gleichzeitig im äußerlichen Design überarbeitet. Für die meisten älteren Objektive bot Nikon eine Umrüstung auf das neue AI-System an, so dass die älteren Objektive mit der FM (und allen nachfolgenden Kameras mit AI-System) verwendet werden konnten. Sehr viele ältere Objektive wurden auf AI umgebaut.

Die erstmals in der FM verwendeten Gallium-Arsenid Fotodioden zeichnen sich einerseits dadurch aus, dass sie sehr schnell auf Änderungen der Lichtintensität ansprechen. Und sie sind auch lichtempfindlicher als die in den Vorgängermodellen der Nikkormat-Reihe verbauten CdS-Zellen, was sich in einer Erweiterung des Messbereichs niederschlägt (LW 1-18 bei der FM gegenüber LW 3-17 bei der Nikkormat FT-Reihe; bezogen auf Objektiv 1:1,4/50 bei ISO 100/21°). Die Messcharakteristik des Belichtungsmesssystems ist mittenbetont: Der Messschwerpunkt liegt auf dem 12mm Kreis in der Suchermitte, welcher mit 60% gewichtet wird. Das restliche Bildfeld wird mit 40% gewichtet. Die Anzeige des Messwertes erfolgt über drei Leuchtdioden am rechten Sucherrand, die neben den Symbolen „+“, „o“, „–“ aufleuchten. „+“ kennzeichnet eine Überbelichtung, „o“ steht für eine korrekte Belichtung und „-“ kennzeichnet eine Unterbelichtung. Leuchtet nur die eine Leuchtdiode bei „o“, so liegt eine korrekte Belichtung mit weniger als 1/5 Blende Toleranz vor. Leuchtet die Leuchtdiode neben „o“ und zusätzlich die Leuchtdiode neben „+“, so liegt eine Überbelichtung von mehr als 1/5 Blendenstufe bis max. 1 Blendenstufe vor. Leuchtet die Leuchtdiode neben „o“ und zusätzlich die Leuchtdiode neben „-“, so liegt analog eine Unterbelichtung von mehr als 1/5 Blendenstufe bis max. 1 Blendenstufe vor. Leuchtet nur die eine Leuchtdiode neben dem „+“ Symbol, so liegt eine Überbelichtung von mehr als einer Blendenstufe vor. Leuchtet dagegen nur die eine Leuchtdiode neben dem „-“ Symbol, so liegt eine Unterbelichtung von mehr als einer Blendenstufe vor. An diese Art der Anzeige hat man sich meiner Erfahrung nach sehr schnell gewöhnt. Sie ist recht präzise und erlaubt mit etwas Eingewöhnung über die stufenlose Verstellung der Blende am Objektiv auch gezielte Unter- und Überbelichtungen von 1/3, 2/3 und 1 Blendenstufe. Sicher nicht ganz so einfach und präzise für einen Neueinsteiger mit dieser Kamera wie man es von modernen Kameras wie der F100, F5 oder F6 mittlerweile gewohnt ist, aber mit etwas Übung funktioniert es ganz gut, und mit der Zeit hat man die Handhabung verinnerlicht.

Zusätzlich wird im Sucher links die eingestellte Verschlusszeit angezeigt, und oben im Sucher die gewählte Blende. Die Blende wird dabei über das gleichzeitig mit dem AI-System neu eingeführte ADR-System (Aperture Direct Readout – Blenden-Direktablesung) von einer zweiten kleinen Blendenskala auf den Objektiven abgelesen und über dem Sucherbild eingespiegelt. Die Anzeigen für Verschlusszeit, Blende und die Belichtungsmesser-Symbole werden vom natürlichen Licht beleuchtet und sind bei normalen Lichtverhältnissen gut abzulesen. Schwieriger wird es bei schlechten Lichtverhältnissen, da es keine zusätzliche Sucher- bzw. Anzeigenbeleuchtung wie bei modernen Kameras gibt. Der Sucher ist auf -1 dpt abgestimmt. Augenkorrekturlinsen für die FM wurden in den lieferbaren Stärken -5, -4, -3, -2, 0, +0,5, +1, +2 und +3 dpt angeboten. Das Suchergesichtsfeld beträgt ca. 93%. Die FM verfügt über einen großzügig dimensionierten Schwingspiegel, der einer Abschattung des Suchers bei der Verwendung von Teleobjektiven, Balgengeräten, Zwischenringen entgegenwirkt. In der FM ist eine vollmattierte Fresnel-Einstellscheibe mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring (Nikon-Scheibe K) fest (nicht wechselbar) eingebaut.

Der Bereich der Filmempfindlichkeitseinstellung reicht von ISO 12/12° bis 3200/36°. Die Einstellung erfolgt am Verschlusszeiten-Einstellrad über den äußeren Rändelring, der zur Verstellung angehoben wird, und mit Absenken auf dem neu eingestellten Wert einrastet. Der rechts neben dem Verschlusszeiten-Einstellrad positionierte Auslöser ist zusätzlich mit einem Gewinde zum Anschluss eines klassischen Drahtauslösers versehen. Am rechten Gehäuserand sitzt der Film-Schnellschalthebel, der beim Weitertransport des Films und Spannens des Verschlusses einen Arbeitswinkel von 135° überstreicht. Er fungiert gleichzeitig als Ein-Ausschalter für den Belichtungsmesser: In 30° Bereitschaftsstellung ist das Messsystem eingeschaltet. Zusätzlich angezeigt wird das durch einen roten Punkt auf der Gehäuseoberseite, der dann freigegeben ist. Auf der Gehäuseoberseite rechts neben dem Prisma befindet sich der Mehrfachbelichtungsschalter: Wenn er gedrückt wird bei gleichzeitiger Betätigung des Film-Schnellschalthebels setzt der Filmtransport aus und nur der Verschluss wird gespannt, so dass beliebig viele Mehrfachbelichtungen auf einem einzelnen Bildfeld erfolgen können. Das Bildzählwerk, das sich oberhalb des Film-Schnellschalthebels befindet, zählt dabei nur den effektiven Filmtransport und nicht die Zahl der Auslösungen, so dass auch in dieser Beziehung die tatsächlichen Verhältnisse gewahrt bleiben.

In der FM ist ein mechanisch gesteuerter, vertikal ablaufender Metall-Schlitzverschluss eingebaut (die Batterie der FM wird nur für den internen Belichtungsmesser benötigt, nicht für den Verschluss). Der Zeitenbereich erstreckt sich von 1 Sekunde bis zur 1/1000 Sekunde sowie B. Die maximal kürzeste Blitzsynchronzeit liegt bei 1/125 Sekunde. Zur Zeit der Markteinführung 1977 ein sehr guter Wert, den nur wenige Kameras boten. Auf dem Prisma befindet sich ein Zubehör-/Blitzschuh mit ISO-Mittenkontakt sowie Sicherheitsschalter zur Aufnahme und Synchronisation von Elektronenblitzgeräten. Ferner verfügt die FM auf der Gehäuse-Vorderseite zusätzlich noch über eine Blitzsynchronbuchse für Blitzkabel (z.B. zur Verwendung von Studioblitzgeräten).

Als weitere sehr nützliche Ausstattungsmerkmale verfügt die FM auch über eine Abblendtaste, Stativgewinde, Motoranschluss, eine Filmmerkklemme auf der Gehäuserückwand, in die die Lasche einer Filmschachtel eingeschoben werden kann, sowie einen Selbstauslöser mit variabel einstellbarer Vorlaufzeit von ca. 3 – 10 Sekunden. Wenn nur der Selbstauslösehebel betätigt, und noch nicht der Auslöser zum endgültigen Start des Vorlaufs gedrückt wurde, kann der Selbstauslösehebel jederzeit zurückgestellt werden, ohne dass dann noch eine Selbstauslösung erfolgt. Der Selbstauslösemechanismus bei der FM weist eine interessante und sehr nützliche Besonderheit auf, auf die noch nicht einmal in der Bedienungsanleitung der FM hingewiesen wird: Der Mechanismus ist mit einer Spiegelvorauslösung kombiniert. Wenn der Selbstauslösehebel gespannt und der Auslöser zum Start des Vorlaufs gedrückt wurde, klappt bereits mit der Auslöserbetätigung der Schwingspiegel hoch und verbleibt in dieser Position bis das Laufwerk des Selbstauslösers abgelaufen ist und der Verschluss ausgelöst hat. Nach Schließen des Verschlusses klappt auch der Spiegel wieder in seine Ausgangsposition zurück. Die FM verfügt somit auch sogar über eine Spiegelvorauslösung, die allerdings mit der Funktion des Selbstauslösers gekoppelt ist.

Die FM arbeitet standardmäßig mit Offenblendenmessung. Da sich jedoch in der sehr großen Zahl von Nikkor-Wechselobjektiven, die an der FM verwendet werden können, auch einige ältere (nicht AI – ohne Steuerkurve) sowie Spezialobjektive befinden, die weder eine Springblende noch eine Steuerkurve besitzen – beides Voraussetzungen für die Offenblendenmessung – ist mit der FM auch zusätzlich Arbeitsblendenmessung möglich. Dafür kann der AI-Mitnehmer am Bajonett hochgeklappt werden.

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Umfassendes Aufnahmesystem:

Als spezielles Zubehör für die FM wurde zunächst der Motorantrieb MD-11 angeboten, kurz darauf jedoch bereits abgelöst vom verbesserten MD-12 (auch verwendbar an der FM2 / FE / FE2 / FM3A). Die FM war die erste nicht-professionelle Nikon, für die ein Motor verfügbar war. Die maximale Bildfrequenz beträgt fast 3,5 Bilder / Sekunde. Die Batterien befinden sich im Bereich unterhalb der Kamera. Ein Handgriff reicht rechts fast bis zur Kameraoberseite und bietet guten Halt. Oben auf dem Handgriff befinden sich Auslöser und Betriebsartenwähler mit den Stellungen S und C für Einzel- und Serienaufnahmen. Ein Fernsteuerungsanschluss ist ebenfalls vorhanden.

Nikon bot bei Erscheinen der FM ein extrem umfassendes Objektiv- und Zubehörprogramm an, das in den Folgejahren noch deutlich ausgebaut wurde (insbesondere im Bereich Objektive), und in das die FM voll integriert war. Die Objektiv- und Zubehörprogramme der meisten Wettbewerber waren nicht so gut ausgebaut. Wer sich heutzutage eine gebrauchte FM oder FM2 kauft, kann einerseits beim Zubehör auf den sehr großen Gebrauchtmarkt zurückgreifen, findet andererseits aber auch im aktuellen Nikon-Programm noch neue, passende Zubehörteile (z.B. beim Makro-Zubehör wie Zwischen- und Umkehrringe, Balgengerät etc.). Auch sind die aktuellen Nikon AF-Objektive mit Blendenring vom AF-D-Typ kompatibel. Bei neuen manuellen Objektiven sind beispielsweise die Zeiss ZF / ZF.2 / Milvus, Voigtländer SL II und Samyang/Walimex Objektive voll kompatibel mit der FM.

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FM2:

1982 wurde die FM durch das Nachfolgemodell FM2 abgelöst. An der grundlegen Konstruktion änderte sich bis auf den neuen Verschluss wenig. Das Konzept und der Charakter der Kamera blieben bestehen. Der zentrale Unterschied zwischen der FM und FM2 ist tatsächlich der völlig neu konstruierte Verschluss, bei dem Titan für die Verschlussvorhänge eingesetzt wurde. Mit einer 1/4000 Sekunde als kürzester Verschlusszeit und 1/200 Sekunde als kürzester Blitz-synchronzeit war er bei Markteinführung der schnellste Verschluss auf dem Markt in einer KB-SLR. Die 1/200 Sek. ist auf dem Verschlusszeitenrad extra als „X200“ hinter der 1/4000 eingelassen. Einen Konstruktionsfehler wies diese erste FM2-Serie allerdings auf: Bei Einstellung auf die 1/200 Sek. wurde der Belichtungsmesser ausgeschaltet.

Weitere Unterschiede zur FM: Bei der FM2 zeigt nun im Sucher bei Verwendung eines Nikon-Systemblitzgerätes eine Anzeige die Blitzbereitschaft an. Außerdem verfügt die FM2 über eine Energiesparschaltung: Nach Freigabe des Auslösers wird das Messsystem nach 30 Sek. automatisch abgeschaltet. Das Design des Verschlusszeitenrades wurde verändert und der Film-Empfindlichkeitsbereich wurde auf ISO 6400/39° erweitert. Und für die Belichtungsmessung kommen nun Silizium-Fotodioden zum Einsatz, die nochmals deutlich schneller reagieren als die Gallium-Arsenid-Fotodioden in der FM. Ferner ist es bei der FM2 nun möglich, die Sucher-Einstellscheiben zu wechseln. Und es kann das MF-16 Data Back verwendet werden. Die Position des Mehrfachbelichtungsschalters wurde direkt an den Film-Schnellschalthebel verlegt und der Auslöser wurde vergrößert. Weggefallen war dagegen leider die Möglichkeit, den AI-Mitnehmer am Bajonett hochklappen zu können (s.o.).

FM2N:

Bereits ein Jahr später, 1983, folgte die neue, verbesserte FM2N. Die wesentliche Verbesserung gegenüber der ersten FM2 Version war der Verschluss: Er wies nun als kürzeste Blitzsynchronzeit 1/250 Sek. innerhalb des normalen Verschlusszeitenbereichs bei voller Erhaltung der Messfunktion auf. Die FM2N ist außerdem zur Verwendung der „bright-screen“ Einstellscheiben der FE2 und FA geeignet.

Einige Jahre wurde in der FM2N, FE2 und FA die gleiche Verschluss-Grundkonstruktion mit Titanlamellen mit Wabenmuster eingesetzt. 1989 wurden dann diese Lamellen mit Wabenmuster in der FM2N durch völlig glatte Lamellen ersetzt, wie sie seit 1988 in der Nikon F801 zum Einsatz kamen (und dort sogar für eine kürzeste Verschlusszeit von 1/8000 Sek. gut waren).

FM2/T und FM3A:

1993 wurde als zusätzliches Modell die FM2/T vorgestellt. Sie entspricht der FM2N mit dem Unterschied, dass die Deck- und Bodenplatte sowie die Rückwand aus Titan gefertigt sind.

2001 wurde die Produktion der FM2N eingestellt, und als offizielles Nachfolgemodell wurde die FM3A vorgestellt. Wobei die FM3A genau genommen mit ihrer Zeitautomatik und dem hybriden elektro-mechanischen Verschluss eine Weiterentwicklung der FE2 darstellt. Oder als eine Kombination der Stärken der FM2N und der FE2 angesehen werden kann.

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Die FM / FM2 in der fotografischen Praxis:

Die FM kaufte ich mir bereits als sehr junger Schüler, sie war meine erste eigene Kamera. Auch wenn ich vorher schon mit den Kameras meines Bruders und meines Vaters fotografiert hatte, so war die FM mein richtiger Einstieg in die Fotografie. Mit ihr habe ich wirklich fotografieren gelernt, und für diesen Lernprozess war sie die für mich perfekte Kamera. Weil sie einerseits durch die Notwendigkeit, alle Einstellungen selbst vorzunehmen, zur Auseinandersetzung mit den fotografischen Grundlagen und Techniken zwingt, weil sie einem aber andererseits durch ihre durchdachte Konstruktion und vielseitige Ausstattung auch den Freiraum gibt, sich an anspruchsvollere fotografische Aufgaben zu wagen. So kann sie gleichermaßen ein sehr geeignetes fotografisches Werkzeug sowohl in den Händen eines Einsteigers, als auch eines erfahrenen Fotografen sein. Jemandem, der die Fotografie richtig erlernen will, kann ich die FM / FM2 auch heute noch, bzw. gerade heute wieder als geeignete Kamera empfehlen.

Neben der hervorragenden Eignung als Kamera zum Lernen habe ich über die Jahre die FM / FM2 vor allem wegen der folgenden Faktoren schätzen gelernt:

  1. Flexibilität durch die sehr gute Ausstattung: Eine Vielzahl von Aufnahmesituationen lässt sich gut bewältigen.

  2. Sehr robust und zuverlässig.

  3. Kompakt und leicht, kann „auch einfach mal schnell so mit“, einfach umgehängt und unter der Jacke.

  4. Sehr einfache, übersichtliche Handhabung.

  5. Sehr gute Eignung als „Back-up“ Gehäuse, auch auf Reisen.

  6. Sehr gute Integration ins Nikon-System.

In all den Jahren hat mich die Kamera nie im Stich gelassen (weder FM noch FM2). Allein die FM hat früher als meine langjährige Haupt-Reisekamera die Hitze der Negev-Wüste, die Winterkälte in Sibirien und die Sandstürme in China überstanden. Ohne Probleme. Nikon hatte bei der Konstruktion darauf auch großen Wert gelegt: Gegenüber der Nikkormat-Reihe fanden weniger Öle und Fette Anwendung, und sie hat einen sehr großen Temperatureinsatzbereich von -40°C bis +50°C. Das einzige, was bisher erneuert werden musste, waren die Bereiche, in denen Schaumgummi zum Einsatz kommt, und das altert eben und muss als normales Verschleißteil gewertet werden. Erneuert werden musste der Dämpfungsstoff des Spiegels sowie die Rückwanddichtung.

Die 60:40 Aufteilung der mittenbetonten Messung ist meiner Erfahrung nach sehr praxisgerecht und lässt sich gut einschätzen. Man lernt relativ schnell, wo die Grenzen dieses Systems liegen und in welchen Situationen es kritisch wird und man selbst korrigieren muss.

Über viele Jahre war dieses Kamerasystem mein am meisten eingesetztes Kamerasystem. Später kamen dann mit dem technischen Fortschritt und der Ausweitung der fotografischen Interessen weitere Kameras hinzu, die dann jeweils die primären “Arbeitspferde“ wurden. Seit einigen Jahren ist im KB die F6 meine am meisten verwendete Kamera (siehe Praxisbericht hier auf der aphog-Portalseite). Aber die FM / FM2 kommen auch heute noch regelmäßig zum Einsatz. Denn es macht mir einfach Spaß, mit dieser Art von Kamera zu fotografieren. Kameras mit Charakter.

Henning Serger