Plaubel Peco Junior 9/12cm

Meine Lieblingskamera (Großformat)

Seit über 40 Jahren arbeite ich mit diversen Großformatkameras. Im Atelier im Format 13/18cm und 18/24cm, auf Reisen und „on location“ mit dem 9/12 respective 4×5“ Format.

Plaubel Peco Junior_9x12

In meiner Ausbildung stand mir die Plaubel Peco Junior 10x15cm zur Verfügung, zusammen mit dem internationalen Rückteil und dem Blechkasetten-Rückteil. An dieser Kamera habe ich das Fotografieren mit Großbild gelernt. – Und bei dieser, heute kaum noch zu bekommenden Kamera bin ich geblieben. Zwischenzeitlich haben wir drei komplette Systeme dieser etwa 60 Jahre alten Kamera im Einsatz.

Warum diese und keine andere?
Es gibt außer der Linhof Technika kaum eine GB-Kamera, die klein, leicht, handlich und trotzdem mit allen Verstellmöglichkeiten versehen ist. In einen Koffer, nicht viel größer als die üblichen Kamerakoffer für KB, nur etwas höher, passt das ganze Equipment hinein, als da wären: Kamera mit Normal- und WW-Balgen, 12 Doppelkasetten, Einstelltuch, Belichtungsmesser und die Objektive 75mm, 90mm, 150mm, 180mm und 240mm. Für jede andere Optische Bank Kamera benötigt man mindestens 2 Koffer, um alles transportieren zu können.

Die Plaubel Peco Junior 9/12cm ist verstellbar wie jede normale Fachkamera für das Atelier. Lediglich die Rückstandarte ist nicht höhenverstellbar, trotzdem aber neig- und drehbar. Extreme Verstellungen werden also durch Kippen der optischen Bank in Verbindung mit dem wieder Geradestellen der Standarten bewerkstelligt.

Plaubel Peco Junior_FZB6137

Kommen größere Aufnahmeserien in Frage, habe ich die Möglichkeit, mehrere Rollfilmkasetten direkt oder indirekt anschließen zu können. Direkt über ein separates Rückteil mit den Plaubel Kasetten 120 für das Format 6x9cm im Hoch- oder Querformat, indirekt über das Horseman Drehrückteil, das anstelle des Universalrückteils angesetzt wird. Hier gibt es diverse Möglichkeiten der Kasettenauswahl. Da wir auch die Mamiya RB-67 besitzen, schließe ich deren Kasetten am Drehrückteil an. Auf der einen Seite die Mattscheibe, auf der anderen die Mamiya Kasette. Somit ist man recht schnell und kann mit preiswertem Material arbeiten. Ebenso vorhanden ist ein Doppelrückteil für die 6×9 Kasetten, ein Schieberückteil, das auf der einen Seite die 6×9 Mattscheibe, auf der anderen die Kasette enthält. Alles klein, leicht und handlich.

Bis zur Brennweite von 240mm kann die Kamera eingesetzt werden. Benötige ich eine Brennweite von 360mm, so kommen hier nur echte Teleobjektive in Frage, so das Tele-Arton 5,6/360mm (siehe Abbildung), da die optische Bank nur 30 cm lang und nicht erweiterbar ist. Da die Kamera aber fast ausschließlich für Architektur eingesetzt wird, brauchen wir die langen Brennweiten nur recht selten. Die hier abgebildete Kamera benutze ich seit nunmehr über 40 Jahre und sie war (und ist) täglich im Einsatz.

Natürlich gibt es auch heute noch ähnliche, neue Kameras, so z.B. von Linhof. Allerdings liegen die in einem für Hobbyfotografen unerschwinglichen Preis. – Was damals natürlich auch auf die Plaubel zutraf.

Besten Gruß
Winfried Berberich