Spiegelreflex von Agfa

Immer etwas Besonderes!

Am auffälligsten sind wohl die beiden zweiäugigen Spiegelreflexkameras für Kleinbildfilm: die Flexilette und die Optima Reflex, die wie alle „Optima“-Modelle mit automatischer Belichtungssteuerung versehen ist. Es sind allerdings fast die einzigen Zweiäugigen für das Kleinbildformat.

Die preisgünstigste einäugige Spiegelreflex war die Colorflex, die auch schon einen Wechselsucher hat, gefolgt von der Ambiflex mit Wechselsucher und Wechseloptik. Die Objektivauswahl ist sehr eingeschränkt, da man am Zentralverschluß festhielt.

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Spitzenmodell war die Selectaflex mit Programmautomatik. Die Ergänzung der Modellbezeichnungen mit „I“, „II“ oder „III“, die sich in den Katalogen zu allen Modellen finden, beziehen sich nur auf unterschiedliche Objektive oder Suchervarianten. Die Preise für diese Apparate lagen ebenso hoch wie für Vergleichbares von Zeiss-Ikon oder Voigtländer: eine Flexilette gab es schon für 199 DM, die Colorflex ab 298 DM, die Ambiflex ab 417 DM, die Optima Reflex für 398 DM und die Selectaflex ab 598 DM. Das Durchschnittseinkommen lag 1960 bei etwa 400 DM.

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Bei den späteren Selectronic-Modellen handelt es sich um Chinon-Kameras, die mit dem speziellen Sensor-Auslöser versehen wurden. Agfa versuchte mit dieser letzten Serie, die Preisbindung erneut einzuführen, indem man nur auf Kommission lieferte. Das Konzept bewährte sich nicht, da die Kameras damit im Verhältnis zu anderen Markenapparaten zu teuer bleiben mußten und sich so nur wenige verkauften.

Harald Goergens
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