Testbericht: Diaspeed HT-XYZ Diarahmen

Der innovative neue glaslose Diarahmen mit bester Planlage

Rolf Becker, Henning Serger, Hans Werner Stoltenberg

400x35100_schachtelDiafotografen haben bei der Rahmung ihrer Dias grundsätzlich die Wahl zwischen Rahmen mit Glas und glaslosen Varianten. Zwar bieten Glasrahmen eine sehr gute Planlage des Dias und somit eine konstante Schärfe über das gesamte Bildfeld, dieser Vorteil wird jedoch leider mit einigen nicht unerheblichen Nachteilen erkauft: Die Anti-Newton-Gläser kosten etwas Brillanz, das Dia staub- und fusselfrei zu rahmen ist aufwendig und zur langfristigen Archivierung sind Glasrahmen nicht geeignet aufgrund der mangelhaften Belüftung des Dias unter den Gläsern und der daraus resultierenden Gefahr der Schimmelbildung. Diese Probleme entfallen dagegen bei den glaslosen Rahmen. Dafür tritt bei glaslosen Rahmen das Problem der schlechteren Planlage auf, weil sich durch die Wärmeeinwirkung bei der Projektion das Dia ausdehnt und etwas wölbt, wodurch eine ganz gleichmäßige Schärfe über das gesamte Bildfeld nicht mehr möglich ist.

Es hat in der Vergangenheit verschiedene konstruktive Ansätze gegeben, die Planlage des Dias bei glaslosen Rahmen zu verbessern. Der konstruktiv beste Ansatz ist das System von Wess gewesen, mit Hilfe von zwei Reihen von Spannocken, welche in die Perforation greifen, das Dia etwas vorzuspannen, um so während der Projektion ein Wegbewegen des Dias aus der Schärfeebene zu verhindern. Bei diesem Rahmentyp, den Wess AHX 002, sind die Spannocken fester Bestandteil des Rahmens. Hierbei tritt jedoch folgendes Problem auf:

Die gültige ISO Norm 1007 gestattet Toleranzen der Perforation sowohl in vertikaler als auch (geringer) horizontaler Richtung. Dadurch wird das Dia in einem fixen Spannsystem je nach Filmfabrikat und -sorte unterschiedlich straff gespannt und kann nur selten die ideale Vorspannung erhalten. Bei dem Wess-System kann es zu Schwankungen bei der Qualität der Planlage von Filmtyp zu Filmtyp kommen, wie wir im Laufe der Jahre festgestellt haben. Während sich also Wess mit einem fixen Abstand der Nocken begnügt (und damit nicht alle Filme gleichermaßen gut spannt) ist die Firma Diaspeed weiter gegangen:
a_skizze_xyzDer neue Spannrahmen-Typ HT-XYZ besteht aus zwei Einheiten, nämlich einem inneren und einem äußeren Teil. Das innere Teil ist ein rechteckiger Rahmen mit den Spannocken, die das Dia fixieren und leicht vorspannen, und dieser wird nach Aufspannen des Dias einfach in den äußeren Teil eingelegt. Dieser Nockenrahmen ist die innovative Idee: Er besteht aus einem zähen und verwindungssteifen Spezialkunststoff, der höchste Maßhaltigkeit gewährleistet und dennoch das leichte Aufspannen des Dias gestattet. Der Clou: Vom inneren Teil existieren vier Varianten mit unterschiedlichem Nocken-Abstand, so dass auch von der Norm abweichende Filme präzise gespannt werden können. Außerdem gibt es +/- Varianten im Horizontal-Maß, so dass auch Dias aus nicht ganz registergenau arbeitenden Kameras problemlos verwendet werden können. Auch dies ein entscheidender Vorteil gegenüber den Wess AHX 002. Die Handhabung des neuen Systems und das Rahmen der Dias gestaltet sich einfach.

400x35100_setWir haben die neuen Diaspeed-Rahmen sehr intensiven Tests unterzogen: Es wurden alle derzeit am Markt befindlichen Diafilmtypen von Fuji, Kodak, AgfaPhoto, Adox und Rollei-Film mit den Rahmen getestet, einschließlich der SW-Filme auf PET-Träger, welche zunehmend in der SW-Diafotografie Verwendung finden (Superpan 200, Retro 80S, Agfa Copex Rapid, Adox CMS 20 II), sowie dem Agfa Scala 200X, Adox Silvermax und Fomapan R.

Die Tests sind mit sechs unterschiedlichen Projektoren durchgeführt worden:
Leica Pradovit PC mit Leica Super-Colorplan 2,5/90, Kindermann Silent 2500 mit Docter-Optics 2,4/90 MC-B, Zeiss Ikon Royal AF selektiv mit Carl Zeiss P-Sonnar 2,5/90,
Leica RA 150 mit Leica Colorplan 2,5 /90, Rolleivision MSC 535 P und Rolleivision MSC 300 P mit den Schneider Objektiven AV Xenotar 2,4/90 mm HFT, AV Xenotar 2,8/150 mm und Vario-Xenotar 3,5/70-120 mm.

 

Testergebnisse:

1. Die Planlage ist sehr gut, mit sehr guter Schärfe von der Bildmitte bis zum Bildrand.
2. Ein ausgeprägtes „Ploppen“ konnte bisher in keinem Fall, bei keinem der Filme und in keinem der Projektoren beobachtet werden.

3. Bei längeren Projektionszeiten / Bildstandzeiten (mehr als 30 Sek.) musste in ganz seltenen Fällen (weniger als 3%) die Schärfe leicht nachgeführt und korrigiert werden. Aber auch nach der Korrektur war wieder eine sehr gute, gleichmäßige Schärfe über das gesamte Bildfeld gegeben.

Fazit:

Das System mit den unterschiedlichen Spannrahmen ist überzeugend und funktioniert sehr gut. Die Gleichmäßigkeit der Schärfe über das gesamte Bildfeld, bei unterschiedlichen Filmtypen, ist wesentlich besser als bei allen anderen glaslosen Rahmen, einschließlich der Wess AHX 002, und befindet sich auf einem Niveau mit Glasrahmen. Worauf Diafotografen lange gewartet haben, ist nun Realität: Ein glasloser Diarahmen, der den Film absolut plan hält für randscharfe Projektion bis in die Ecken und dennoch horizontale Korrekturen ermöglicht.

Die Rahmen sind direkt beim Hersteller erhältlich:

diaspeed_balken_logo_neu

Diaspeed Diatechnik
Wellenburg 11 ½
86199 Augsburg

Tel.: 0821 / 432707
Fax: 0821 / 437268

www.diaspeed.de
info@diaspeed.de